Die private Krankenversicherung in der Rente

Mit Beginn der Altersrente vermindert sich meist auch das Einkommen. Hinzu kommt, daß mit zunehmendem Alter viel häufiger Krankenheiten auftreten. Eine günstige Krankenversicherung ist also besonders im Rentenalter sehr wichtig.

Im Gesundheitswesen aber kam es in den letzten Jahren zu einer Kostenexplosion. In der Folge gab es sowohl bei den gesetzlichen - als auch bei den privaten Krankenversicherungen mehr oder minder hohe Beitragssteigerungen.

Werden solche Preiserhöhungen auch in der Zukunft passieren?
Und wenn ja, welche Dimensionen könnten sie erreichen?

Die Situation für privat Versicherte:

Bis vor einigen Jahren noch kam es in den Medien zu Berichten, dass die PKV im Rentenalter hohe Kosten verursachen würde. Gemeint waren Verträge, die vor 30 und mehr Jahren abgeschlossen wurden, und für die damaligen Rentner hohe Kosten verursachten. Seitdem ist viel Zeit vergangen - und die Erfahrungen der Vergangenheit plus die neuen gesetzlichen Bestimmungen können damit auch in der PKV für ausgewogene Beiträge im Rentenalter sorgen.

Altersrückstellungen ...

Um hohe Beiträge im Alter zu verhindern, bilden die privaten Versicherer sog. Altersrückstellungen. Für jedes Jahr der Mitgliedschaft sinken die Beiträge später um 1 - 1,5 Prozent. Nach 30 Jahren Mitgliedschaft z.B. reduzieren sich die Beiträge am Ende zwischen 30 und 45 Prozent.

Gesetzlich vorgeschriebene Altersrücklagen ...

Mit der Gesundheitsreform 2000 wurde die garantierte Altersentlastung zum Gesetz. Der Gesetzgeber schreibt nun einen 10%igen Zuschlag auf den Beitrag zur privaten Krankenversicherung vor. Dieser wird verzinslich angespart und vollständig zur Entlastung der Beiträge im Rentenalter genommen. Vom gesetzlichen Zuschlag ausgenommen sind die Beiträge zur Pflegeversicherung und zu Tagegeldern.

Rentner-Tarife ...

Rentner können nunmehr in einen Standard-Tarif wechseln, der nicht teurer sein darf als die gesetzliche Krankenkasse - allerdings enthalten solche Tarife dann auch nur Leistungen ähnlich wie bei den gesetzlichen Kassen.

Die Situation für gesetzlich Versicherte:

Noch oft herrscht die Vorstellung, die gesetzliche Krankenversicherung garantiere günstige Beiträge im Alter. Dies gilt jedoch nur für die Pflichtmitglieder - und nicht für freiwillig Versicherte.

Pflichtversicherte ...

Dazu zählen Sie, wenn Sie in der zweiten Hälfte Ihres Arbeitslebens zu mindestens 90% unter der verdient haben.
Wer pflichtversichert war, wird im Ruhestand in die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) übernommen. In dem Fall sind lediglich Ihre Rentenbezüge, eventuelle Betriebsrenten oder Hinzuverdienste beitragspflichtig ... alle anderen Einkünfte bleiben beitragsfrei. Für die Bezüge aus der gesetzlichen Rente ist auch nur ein halber Kassenbeitrag zu zahlen.

Freiwillig versicherte ...

Angestellte mit einem Einkommen über der sowie alle selbständigen könnten jederzeit in die Privatversicherung wechseln. Wer trotzdem in der gesetzlichen Kasse bleibt, gilt dort als freiwilliges Mitglied.

Trotz des Höchstbeitrages, den freiwillig Versicherte an die Kasse zu zahlen haben, ist diese Regelung für Familien ab zwei Kindern sehr günstig. Alle Kinder sind nämlich weiterhin kostenlos mitversichert - sogar der Ehegatte, solange dessen Einkommen die Geringverdienergrenze nicht übersteigt.

Spätestens aber mit Beginn der Rente ist Schluss mit diesem Kostenvorteil.

Zwar wird für die gesetzlichen Renteneinkünfte nach wie vor nur der halbe Beitragssatz berechnet - jedoch sind alle anderen Einnahmen ebenfalls beitragspflichtig und werden sogar mit dem vollen Beitragssatz berechnet.

So ist es leider gar nicht so selten, dass freiwillig Kassenversicherte im Rentenalter höhere Beiträge zahlen müssen als während ihres Berufslebens.

Selbständige / Freiberufler ...

Sie kann es besonders hart treffen. Selbständige und Freiberufler haben keine nennenswerten Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung und sorgen demzufolge meist mit privaten Rentenversicherungen und anderem Kapitalanlagen für das Alter vor. Für diese Einnahmen müssen später an die Krankenkasse Beiträge bis zur Bemessungsgrenze gezahlt werden.

Wer sich in jüngeren Jahren nicht für eine private Krankenversicherung entschieden hat, läuft also in die Gefahr hoher Beitragslasten.

Fazit

Eine private Krankenversicherung bietet Ihnen - vorausgesetzt Sie haben den passenden Tarif bei der richtigen Gesellschaft - eine finanzielle Sicherheit bis ins hohe Alter. In unserem Online-Vergleich können Sie neben den Beiträgen auch die Leistungen der PKV-Tarife vergleichen.